48 Stunden Berufsjugendfeuerwehr

Vom 28.06.2019 bis zum 30.06.2019 besetzten 19 Mitglieder der Jugendabteilung und 7 Betreuer der Einsatzabteilung für 48 Stunden das Feuerwehrhaus, um den Alltag einer Berufsfeuerwehr zu simulieren.

Freitags um 16:00 Uhr hieß es antreten zur Schichtübernahme. Nach dem Beziehen der Stuben wurden die Einteilung verlesen und anschließend die Fahrzeuge und Geräte überprüft. Parallel hierzu wurde das Abendessen vorbereitet. 

Gerad gegessen, ertönte auch schon der Alarmgong, denn es wurde ein Brand auf dem Feld gemeldet. Schnell umgezogen rückten die Nachwuchskräfte mit einem Mannschaftswagen, zwei Löschgruppenfahrzeugen und einen Logistikfahrzeug aus. An der Einsatzstelle angekommen, wurden mehrere kleinere Schadenfeuer vorgefunden, welche schnell mittels zweier Löschangriffe unter Kontrolle gebracht werden konnten.

Zurück auf der Wache wurde das verwendete Material ausgetauscht, sodass die Einsatzbereitschaft wiederhergestellt war. Danach konnte es zur Kameradschaftspflege mit Spieleabend übergehen, die um 23:15 Uhr jedoch vom Alarmgong unterbrochen wurde: Unter dem Stichwort „Menschenrettung – Person eingeklemmt“ wurde der Rüstzug zur technischen Hilfeleistung alarmiert, bei der es eine bis zum Rumpf unter einem Abrollcontainer eingeklemmte Person zu befreien galt. Dies wurde, nach Unterbauung und Absicherung des Containers, durch den Einsatz von pneumatischen Hebekissen realisiert. Gleichzeitig galt es den Patienten zu betreuen sowie die Einsatzstelle auszuleuchten. Nach der erfolgreichen Rettung konnte zur Nachtruhe übergegangen werden.

Diese wurde jedoch um 02:45 Uhr mit dem nächsten Einsatz für ungefähr eine halbe Stunde unterbrochen: Im Industriegebiet galt es nach einer Autopanne ausgelaufene Betriebsmittel aufzunehmen. Die restliche Nacht verlief jedoch ruhig, wenn sie auch um 06:00 Uhr mit dem planmäßigen Wecken bereits früh beendet wurde.

Nach einem ordentlichen Frühstück begann die Ausbildung, die aber kurz nach ihrem Beginn unterbrochen werden musste: Die Berufsjugendfeuerwehr wurde zu einem Einsatz „Technische Hilfeleistung – Tierrettung Kleintier verschüttet“ alarmiert. Unter Zuhilfenahme aller verfügbaren Schaufeln, konnte das verschüttete (Kuschel-)Tier jedoch noch rechtzeitig aus seiner misslichen Lage unter einem Sandhaufen gerettet werden.

Um 13:15 Uhr meldete sich erneut der Alarmgong: Das Stichwort „Technische Hilfeleistung – Menschenrettung aus der Höhe“ rief erneut den Rüstzug auf das Programm, welcher zu einem verletzten und auf einem Vordach liegenden Bauarbeiter eilte. Mittels Schleifkorbtrage und Steckleiter konnte dieser schonend über eine schiefe Ebene zurück auf den Boden geholt und dem Rettungsdienst übergeben werden.

Die weitere Ausbildung in der Wache musste um 16:25 Uhr noch einmal kurz wegen einer ausgelösten Brandmeldeanalage pausiert werden. Die Leitstelle gab jedoch zügig Entwarnung, sodass nicht ausgerückt werden musste und die Ausbildung beendet werden konnte. Das anschließende Burgergrillen auf der Dachterrasse wurde durch eine bei den warmen Temperaturen willkommene Eisspende der Firma G.&H. Schuhmacher gekörnt. Während der folgenden Bereitschaftsruhe wurde sich erholt oder in quer durch alle Altersklassen gemischten Gruppen gemeinschaftlich gespielt.

Die Ruhe wurde jedoch um 23:30 Uhr durch den Alarmgong unterbrochen: Mit dem Stichwort „Brandalarm – Brand in einem Garten“ rückte der Löschzug zur Einsatzstelle aus und fand eine in Vollbrand stehende Gartenhütte vor. Neben dem eigentlichen Löschangriff musste eine größere Wasserversorgung aufgebaut, die Einsatzstelle abgesichert und ausgeleuchtet werden. Die jungen Einsatzkräfte konnten den Brand mit vier C-Rohren jedoch routiniert unter Kontrolle bringen. Das Aufräumen und Wiederherstellen der Einsatzbereitschaft dauerten noch bis ca. 02:00 Uhr an. 

Nur eine Stunde später war es schon wieder vorbei mit der Nachtruhe: Eine Person hatte sich im Eppelheimer Wald verirrt, konnte aber zügig gefunden und sicher herausgeführt werden. Nun kehrte Ruhe bei der Berufsjugendfeuerwehr ein, bis um 06:00 Uhr nach Dienstplan geweckt und anschließend ein kräftigendes Frühstück eingenommen wurde. Da dies der letzte Morgen des 48-Stunden Dienstes war, wurde bereits mit ersten Aufräumarbeiten begonnen.

Um 9:15 Uhr ertönte ein letztes Mal das Alarmsignal: Es wurde eine eingeklemmte Person gemeldet, woraufhin der Rüstzug ausrückte. Mit Hilfe von hydraulischem Rettungsgerät wurde die Person, welche in einem Geländer feststeckte, vorsichtig befreit. Dabei wurden mit Hilfe eines Spreizers die Streben des Geländers auseinander gedrückt.

Zurück im Feuerwehrhaus wurden die Aufräumarbeiten weitergeführt, eingesetzte Geräte und Materialien überprüft. Ebenso gehörte eine Einsatznachbesprechung, in welcher offene Fragen geklärt werden konnte, zum Abschluss dazu. Sichtlich erschöpft, aber zufrieden konnten die Jugendlichen pünktlich um 16:00 Uhr am Sonntag schließlich ihre ereignisreiche Schicht beenden.

Die Jugendleitung bedankt sich herzlich bei allen beteiligten Mitgliedern der Einsatzmannschaft, der Stadtverwaltung Eppelheim, der Gemeindeverwaltung Brühl sowie den Firmen Straßenreinigung Müller, AC-Eventtechnik, G. & H. Schuhmacher, Holz & Stein und MD Z-Winkel, die zum Gelingen des Berufsfeuerwehrwochenende beigetragen haben.

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